Wichtig zu wissen6 sur 8EPUB

Shunyata

Ich begrüße Sie alle recht herzlich und freue mich sehr, Sie wieder zu treffen.

Wie Sie alle wissen, sind wir heute zusammengekommen, um über Dharma etwas zu erfahren. Das Wort Dharma bedeutet ungefähr das folgende: Wenn man es auf tibetisch übersetzt, dann wird es Tschö genannt, und Tschö heißt, etwas in die Höhe halten oder etwas herausziehen.

Man fragt sich vielleicht, aus was herausziehen? Die Wesen, die in Leid existieren, aus diesem Leid herauszuziehen und aus diesem Leid herauszuhalten: Das ist die wörtliche Bedeutung von Dharma oder Religion entsprechend dem tibetischen Ausdruck.

Dharma ist also etwas, was einen aus Leid, aus Schwierigkeiten heraushalten kann. Nun fragt man sich: Wie kommt es, daß ich immer noch Leid erfahre? Es liegt letztlich an einem selbst, die Mittel, wie sie im Dharma erklärt werden, anzuwenden, damit sie einen aus dem Leid heraushalten können. Wendet man sie nicht an, dann kann man natürlich auch nicht erwarten, daß einen das Dharma aus Leid und Schwierigkeiten heraushält.

Es gibt sehr viele Teile und Aspekte des Dharma, die man erklären könnte. Ich werde heute abend nur einen davon etwas genauer erklären.

Menschen im Daseinskreislauf haben alle einen Wunsch, und dieser Wunsch ist, ein Glück zu erreichen, das nicht nur ein gewöhnliches und vergängliches Glück ist, auch nicht ein Glück, das mit Leid oder Unzufriedenheit vermischt ist, sondern ein Glück, das vollständig frei von jeder Unzufriedenheit und jedem Leid ist, und ein Glück, das nicht abnimmt, sondern immer nur stärker werden kann. Wir sind mit dem Glück, das wir erfahren, nicht zufrieden, sondern wir wünschen uns immer mehr, ohne Grenze.

Was wir nicht mögen ist Leid, und zwar schon von so geringem Ausmaß wie das unangenehme Gefühl, das entsteht, wenn man etwas sieht, das einem nicht gefällt.

Die verschiedenen Menschen in den verschiedenen Ländern der Welt haben im allgemeinen verschiedenes Aussehen, verschiedene Gedanken und verschiedene Ansichten. Aber in bezug auf die Tatsache, daß sie alle Glück wünschen und Leid nicht mögen, sind sie genau gleich, einer wie der andere.

Nun, obwohl wir Leid nicht mögen und es verabscheuen, scheint es uns ohne Ende ständig zu befallen. Manche Menschen erfahren unerträgliches körperliches Leid. Andere Menschen wiederum erfahren unerträgliches geistiges Leid. Und wieder andere körperliches und geistiges Leid.

Einige von uns, gleich ob alt oder jung, erfahren zum gegenwärtigen Zeitpunkt vielleicht eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit, aber dennoch sind wir in einem Zustand, in dem Leid und Schmerzen jeden Augenblick vor der Türe stehen können; als ob die Türe geöffnet würde und wir gerade hinaus zu diesem Leid gingen. Diese Tatsachen müssen wir nicht durch Zitate bekräftigen, auch nicht durch komplizierte Schlußfolgerungen beweisen, sondern wir können das alles mit unsern eigenen Augen erkennen.

Wenn man sieht, daß man unfreiwillig Leid erfährt und erfahren wird und diese Situation erkennt, dann wird einen die Abneigung gegen Leid nicht vor Leid bewahren, indem man nichts tut. Was zu tun ist, ist Mittel anzuwenden, die dieses Leid beseitigen und verhindern; und durch die Anwendung der geeigneten Mittel kann man auch wirklich ein Ziel erreichen.

Sucht man nach Mitteln, die es einem ermöglichen, die Erfahrung von Leid zu vermeiden, dann muß man zuerst herausfinden, was die eigentliche Ursache für Leid ist. Wenn man einmal die Wurzel von Leid gefunden hat und dann diese Wurzel nach und nach zerstört, dann wird auch das Leid, das man erfährt, unweigerlich langsam ein Ende nehmen.

Wenn wir jedoch die eigentliche Wurzel und den eigentlichen Ursprung von Leid nicht erkennen und diese nicht beseitigen, dagegen ständig versuchen, andere Umstände, die am Entstehen von Leid nur beteiligt sind, zu beseitigen, dann wird es uns vielleicht möglich sein, manche Leiden zu vermeiden, aber es wird uns nie gelingen, das Erfahren von Leid vollständig zu beseitigen.

Um das deutlicher zu verstehen, überlegen Sie sich folgendes Beispiel: Ein Haus hat im Dach ein Loch, und wenn es regnet, wird innen alles naß. Will man die Nässe im Haus loswerden, muß man das Loch im Dach finden und es flicken, und dann wird es im Haus von selbst trocken werden. Wenn man das Loch nicht sucht, sondern stattdessen immer nur das Wasser auf dem Boden aufwischt, kann man zwar immer wieder etwas Wasser entfernen und das Haus wird vielleicht stellenweise trocken, aber es wird sehr schwierig sein, es ganz trocken zu bekommen.

Nun fragt man sich: Was ist die Ursache für das Leid, das wir erfahren, woher kommt alles dieses Leid? Es kommt daher, daß wir die eigentliche Situation, die eigentliche Wirklichkeit nicht korrekt erkennen. Wir erkennen die innere, persönliche Wirklichkeit nicht korrekt, wir erkennen die äußere Wirklichkeit nicht korrekt. Dadurch, daß wir diese nicht korrekt erkennen, erfahren wir ständig Leid.

Wenn man die eigene innere Situation nicht richtig erkennt und bezüglich der äußern Situation im unklaren ist, dann tut man alles mögliche, und der größte Teil davon ist falsch. Auf Grund der Dinge, die man falsch macht, erfährt man Leid und Unzufriedenheit.

Die Handlung, die auf Grund eines Irrtums oder eines Fehlers entsteht, ist fehlerhaft oder inkorrekt. Fehlerhafte Handlungen führen zu einem Resultat, das keineswegs gut, sondern schlecht sein wird, das eben Leid ist.

Wenn man die innere und die äußere Wirklichkeit so erkennt, wie sie tatsächlich ist, dann handelt man in Übereinstimmung damit und macht keine Fehler. Ist das eigene Handeln fehlerfrei, dann wird das Resultat, das daraus zu erwarten ist, etwas Gutes sein.

Deshalb ist es sehr wichtig, daß man die Situation des eigenen Inneren und die der äußeren umgebenden Welt so erkennt, wie sie tatsächlich ist.

Wenn Sie zum Beispiel einen Freund haben, dann ist es sehr wichtig, genau zu wissen, was für Eigenschaften, was für einen Charakter er hat. Kennen Sie Ihren Freund nicht genau - nehmen wir an, dieser Freund sei jemand, der Sie betrügt -, dann werden Sie durch seine Betrügereien früher oder später große Unannehmlichkeiten erfahren. Daß so etwas vorkommen kann, wird Ihnen nichts Neues sein.

Wenn Sie Ihren Freund genau kennen und er gut ist, dann um so besser; wenn er vielleicht nicht so gut ist und Sie betrügen könnte und Sie das wissen, dann werden Sie auf der Hut sein und nicht jedem seiner Worte gleich trauen, und dadurch werden Sie auch nicht so leicht betrogen werden.

In gleicher Weise ist es sehr wichtig, die Wirklichkeit so zu erkennen, wie sie tatsächlich ist.

Ich werde nun die innere und die äußere Wirklichkeit etwas beschreiben. Es ist nicht möglich, dies jetzt vollständig zu tun, aber soweit das möglich ist, werde ich es versuchen.

Zum Beispiel: Selbstverständlich gibt es unter den äußeren Objekten Berge und Seen, Wälder und große Täler; diese Dinge existieren. Wenn wir diese Dinge einfach ansehen und nicht weiter nachdenken, dann erscheinen sie uns auf den ersten Blick als etwas sehr Großes, Starkes, als etwas sehr Stabiles und Unveränderliches. Wenn wir aber ein bißchen weiter nachdenken, dann wird uns klar, daß alle diese Dinge, die uns so groß und fest erscheinen, aus lauter kleinen und kleinsten Teilen zusammengesetzt sind; daß sie aus einer großen Masse von winzigen Teilen, bis hin zu Atomen, einfach zusammengebaut sind.

Diese äußern Objekte bestehen also aus einer Anhäufung von unendlich vielen kleinen Teilen, die jeweils wieder von andern Teilen abhängen. Das ist die Wirklichkeit; aber das ist nicht die Art und Weise, wie uns diese Objekte erscheinen, denn wir erfassen diese Objekte als ein Ding, als ein festes unabhängiges Stück.

Wenn wir versuchen, ein Objekt zu teilen, um die kleinsten Teile zu finden, werden wir auf äußerst winzige Dinge stoßen. Und wenn wir von einem so kleinen Teil, einem Atom sprechen oder an so etwas denken, dann erscheint uns dieses Atom auch wieder als ein sehr harter, fester, stabiler Kern, als ein festes Teil. Aber selbst diese kleinen Teile sind nicht so stabil, wie sie uns erscheinen.

So bestehen alle Dinge, die wir sehen, in Wirklichkeit aus lauter kleinen Teilen, die voneinander abhängen; und die Dinge selbst hängen von diesen Teilen, von ihren Unterteilen usw. ab. Es sind lauter Erscheinungen in ständiger Abhängigkeit von verschiedenen anderen Teilen. Und die Dinge hängen von ihren eigenen Ursachen ab, die Ursachen wiederum hängen von ihren Umständen ab. Und nichts existiert so fest und unabhängig, wie es uns auf den ersten Blick erscheinen mag.

Sie denken wahrscheinlich, ja, das wird wohl so sein, denn es ist leicht zu verstehen; wenn Sie ein Objekt, ein Stück in der Hand haben und es zerteilen und dann die Teile wieder zerteilen, dann bleiben lauter kleine, winzige Teilchen übrig.

Was ich eben beschrieben habe, kann man vielleicht als das grobe abhängige Bestehen bezeichnen. Die Dinge bestehen noch in einer weiteren abhängigen Weise, die als die subtile abhängige Bestehensart bezeichnet wird. Diese ist im Moment für uns etwas schwierig zu verstehen.

Dieses abhängige Bestehen trifft auch auf die Zeit zu. Wenn wir an ein Jahr denken, dann erscheint es uns als etwas Langes, etwas Eigenmächtiges, als ein großes langes Stück, das da in der Luft hängt, als etwas, das von gar nichts abhängt, das einfach irgendwie selbständig besteht.

Nun, in Wirklichkeit besteht dieses Jahr aus seinen zwölf Monaten; würde man einen dieser Monate wegnehmen, dann wäre es auch nichts mehr mit dem Jahr. Und der Monat selbst, der vielleicht als etwas Langes erscheint, hängt wiederum von seinen Tagen ab, er besteht nur in Abhängigkeit von seinen Tagen. Ein Tag, der vielleicht wieder als etwas recht Langes erscheint, besteht nur in Abhängigkeit von Stunden; und die Stunden von den Minuten. Und so ist das ganze Jahr abhängig von äußerst kurzen Zeitmomenten.

Sei es die Zeit oder seien es äußere Objekte, alle existieren nur in Abhängigkeit von unendlich vielen Teilen oder Umständen, die zu ihrem Bestehen führen. Und obwohl das so ist - wenn wir sie ansehen, so auf den ersten Blick hin, und nicht genau nachdenken, erscheinen sie als etwas sehr Selbstbeständiges, Unabhängiges, als ein Stück, das einfach so dortsteht und von gar nichts abhängt und da eben als etwas sehr Festes, Konkretes existiert. Überlegen wir uns das nicht genau, dann denken wir einfach, ja, das wird wohl so existieren, wie ich es sehe, wie es mir erscheint.

Ich sprach zuvor vom Nichterkennen der tatsächlichen äußeren Wirklichkeit. Das ist eine Art dieses Nichterkennens, das grobe Nichterkennen; es gibt noch wesentlich tiefere und subtilere Arten des Nichterkennens. Denken wir über die inneren Phänomene oder über uns selbst nach: Wir sagen, ich gehe heute zum Unterricht und ich gehe in die Schule, ich gehe dorthin und dahin, ich tue das und jenes. Dauernd denken oder sprechen wir von jemandem Ich, und dieses Ich ist eines dieser inneren Phänomene, die existieren.

Selbst wenn die Probleme so groß werden, daß man schon fast am Heulen ist, erscheint einem immer noch ein Ich oder hat man das Gefühl, da ist jemand Ich, ich fühle mich schlecht, ich habe das und jenes nicht, und dieses Ich scheint ganz konkret vorhanden zu sein. Und wenn wir sehr große Schwierigkeiten erfahren, sagen wir, mir geht es so schlecht, ich würde lieber sterben, ich würde lieber ..., ich würde lieber ...; es erscheint ein sehr, sehr starkes und mächtiges Ich, sobald wir an uns oder einfach an Ich denken.

Auch wenn man zum Beispiel Fußball spielt und dabei gewonnen hat, denkt man, ha, ich habe gewonnen, und wenn einen dann alle umarmen und beglückwünschen, erscheint dieses Ich als etwas sehr, sehr Starkes und sehr Bedeutendes.

Wenn es einem gut geht und man denkt, ach, mir geht's gut, oder wenn es einem schlecht geht und man sagt, oje, geht's mir schlecht, sollte man selbst überlegen: Wie erscheint mir dieses Ich? Wie erfasse ich dieses Ich? Man kann dann selbst beobachten, ob es stark oder schwach ist und wie stark oder schwach es ist.

Wenn man Glück oder Leid erfährt, dann erscheint dieses Ich besonders stark, besonders deutlich. Wenn kein besonderes Glück oder kein besonderes Leid erfahren wird, wenn man in einem eher neutralen Zustand ist, dann ist dieses Ich wesentlich schwächer, es ist nicht so deutlich, nicht so leicht zu erfassen.

Das können Sie bei sich selbst feststellen.

Ich möchte mich als Beispiel nehmen. Wenn es mir gut geht oder schlecht geht, dann denke ich, ah, ich, Geshe Rabten, mir geht es so oder so. Dieser Geshe Rabten erscheint mir oder ich sehe ihn als etwas sehr Konkretes. Ich habe mich als Beispiel genommen, aber Sie sollten sich als Beispiel nehmen.

Nun muß man sich fragen, ob zum Beispiel eben dieser Geshe Rabten, der dieses Ich, diesen Geshe Rabten erfährt, tatsächlich so stark, so konkret existiert, wie er ihn erfaßt, wenn es ihm gut oder schlecht geht.

Falls dieser Geshe Rabten so existiert, wie er ihm erscheint, dann muß man sich sagen: Untersuchen wir einmal genau, wie er existiert; schauen wir einmal genau nach, wie er ist und wo er ist; zuerst im Körper, bei der Haut; ist die Haut Geshe Rabten? Die Haut ist nicht Geshe Rabten. Ist sein Skelett Geshe Rabten? Ist das Fleisch Geshe Rabten? Sie alle sind nicht Geshe Rabten, denn die Haut, das Fleisch und das Skelett sind keine Personen, und Geshe Rabten ist eine Person; also können diese nicht Geshe Rabten sein.

Wenn Sie hier heraufschauen und sagen, ich sehe Geshe Rabten, dann muß man Ihnen recht geben, und Sie müssen das auch als richtig anerkennen; Sie sehen Geshe Rabten, das müssen Sie zugeben. Nun, was Sie sehen, ist allerdings nur der Körper von Geshe Rabten, denn dieses Gebilde aus Fleisch usw. ist nicht die Person, es ist lediglich Geshe Rabtens Körper.

Ein anderes Beispiel: Manche von Ihnen sind im Auto gekommen, manche mit dem Fahrrad, manche mit der Straßenbahn, und manche sind gelaufen; der Körper, der sich da in dem Auto bewegt hat oder der da gelaufen ist, das sind nicht Sie gewesen, das war lediglich Ihr Körper.

Mein Körper, das bin nicht ich. Nun denken Sie vielleicht: Ist mein Geist Ich oder ist Geshe Rabtens Geist Geshe Rabten? Aber auch das ist nicht wahr; denn der Geist ist lediglich der Geist dieser Person, aber nicht die Person selbst.

Wenn nun also Ihr Körper nicht Ihre Person war und der Geist nicht die Person war und außerhalb des Körpers und des Geistes die Person auch nicht zu finden ist, dann ist dieses Ich oder diese Person, die zuerst so stark und klar erschien, einfach nicht zu finden.

Ich möchte nicht einfach sagen, das und das gibt es nicht, sondern ich ermutige Sie, wirklich nachzudenken und zu schauen, wie es tatsächlich ist.

Wenn man sieht, daß der eigene Körper nicht die eigene Person ist, sondern nur der Körper der Person, daß der Geist der Person nicht die Person selbst ist, sondern nur der Geist der Person, und wenn man sieht, daß auch separat von dem Körper der Person und dem Geist der Person die Person nicht zu finden ist, keine Person existiert, dann fragt man sich vielleicht: Dann gibt's mich also überhaupt nicht?

Aber da müssen Sie sich keine Sorgen machen, Sie existieren; denn nur dadurch, daß Sie sich bemüht haben hierherzukommen, sitzen Sie jetzt da; nur weil Sie existieren, konnten Sie sich bemühen hierherzukommen und können Sie jetzt zuhören.

Der, der denkt, also mich gibt es nicht, dieser Denkende, das ist die Person selbst. Das, was denkt, das ist die Person selbst.

Der Körper der Person war nicht die Person, der Geist der Person war nicht die Person. Nun, wo ist die Person, was ist die Person? Auf der Grundlage des Körpers und des Geistes und auf der Grundlage eines Bewußtseins, das diese Person erfaßt, wird das Ganze eine Person genannt.

Diese Person existiert in Abhängigkeit von ihrem Körper, von ihrem Bewußtsein und von dem Bewußtsein, das diese Person erfaßt. Und diese Person ist dasjenige, was heilsame Dinge tut, was unheilsame Dinge tut, was die heilsamen Wirkungen der heilsamen Taten und das Gegenteil erfährt. Dieses abhängige Bestehen der Person kann man nicht leicht klar verstehen, ohne daß man die Leerheit oder Shunyata erkannt hat.

Dieses Ich, das ich zuvor beschrieben habe, das so stark und konkret erscheint, wenn man sich wohl fühlt oder wenn man Leid erfährt, dieses Ich existiert nicht. Wenn im Buddhismus von einer Ichlosigkeit gesprochen wird, dann ist dieses Ich gemeint. Deswegen wird im Buddhismus einerseits gesagt, es gibt kein Ich.

Andererseits wird im Buddhismus auch ein Ich beschrieben, das existiert. Man sagt, es gibt die Person, es existiert ein Ich, es existiert das Selbst. Wenn von dem Ich gesprochen wird, das existiert, dann ist das Ich gemeint, das in Abhängigkeit vom Körper der Person, vom Geist der Person und vom Bewußtsein, das diese erfaßt, existiert; also ein Ich, das in Abhängigkeit existiert, das als Benennung auf dieser Basis, auf der Grundlage dieses Körpers und Geistes, existiert; ein abhängiges, nicht selbstbeständiges Ich; das wird als existent beschrieben.

Es ist sehr wichtig, daß man diese zwei unterscheiden kann und diesen Unterschied auch versteht. Wenn man diesen Unterschied nicht erkennt, nimmt man vielleicht an, es gebe kein Ich; es gebe keine Person, die Ursachen ansammelt und Resultate erfährt; es gebe keinen, der wieder Existenz, ein neues Leben nimmt; die Gefahr besteht, daß einem solche Gedanken kommen. Andererseits denkt man vielleicht, daß dieses Ich, das von gar nichts abhängt, das selbstbeständig ist, ganz von seiner eigenen Seite her tatsächlich existiert, als etwas sehr Konkretes und Beständiges.

Ich sprach zuvor von der Situation, wo es einem vielleicht sehr schlecht geht und man denkt, ah, mir geht es schlecht, mir tut das weh; wo einem dieses Mir oder Ich sehr, sehr deutlich, sehr, sehr klar erscheint. Zu diesem Zeitpunkt erfaßt das eigene Bewußtsein dieses starke selbstbeständige oder unabhängige Ich. Und dieses Bewußtsein, das dieses unabhängige Ich erfaßt, als existent annimmt, wird Unwissenheit oder Unerkenntnis genannt, und zwar die Unerkenntnis, die ein selbstbeständiges Ich erfaßt.

Ich sprach von einer gewissen Unklarheit oder einem Unwissen in bezug auf die inneren Phänomene: diese Unerkenntnis, die ein selbstbeständiges Ich erfaßt, das ist diese Unerkenntnis in bezug auf die inneren Phänomene.

Dieses Bewußtsein, das ein so selbstbeständiges, festes Ich erfaßt, projiziert gewissermaßen dieses Ich und denkt dann, es existiere. Man erfaßt dieses Ich, und man klammert sich an dieses Ich, und dann braucht man oder braucht dieses Ich sehr, sehr viele Dinge. Man hängt an den Dingen, und es steigt Verlangen nach anderen Dingen auf. Und alles, was irgendwie im Weg steht, diese Dinge zu bekommen, verursacht, daß man sich ärgert, daß man eifersüchtig wird.

So projiziert man zuerst ein Ich, wie es nicht existiert, und hängt daran. Und dann sagt man, dieses Ich braucht das und das, und es entsteht starkes Verlangen nach vielen Dingen, die einem angenehm erscheinen, die man möchte. Und da sind auch viele andere Dinge, die man nicht möchte, die man vermeiden will, und es entstehen Abneigung, Ärger und Haß gegenüber diesen Dingen, und es entsteht auch Eifersucht. Alles dadurch, daß man zuerst ein Ich projiziert, das nicht existiert, und dann an diesem Ich hängt. Daraus entstehen alle diese verschiedenen Zustände des Bewußtseins.

Nun, diese Zustände, diese Faktoren des Geistes wie das Verlangen oder der Haß oder die Eifersucht wühlen das eigene Bewußtsein auf und bringen es ganz durcheinander, und in diesem aufgewühlten Zustand macht man sehr viel Falsches, sehr viel Inkorrektes. Und wenn dieser aufgewühlte Zustand des Bewußtseins stärker und stärker wird, dann wird sich das auch durch die Sprache äußern, und man wird sehr viele rauhe und boshafte und wüste Dinge sagen. Wenn dieser Zustand dann noch stärker wird, bleibt es nicht mehr beim Sprechen, sondern es wird auch der Körper entsprechende Handlungen durchführen.

Sie sollten nicht einfach vertrauen auf das, was ich sage, Sie sollten selbst nachdenken. Beobachten Sie selbst, was in Ihnen passiert, wenn Sie sich ärgern. Wie verändert sich Ihr Denken, Ihr Fühlen? Was geschieht, wenn Ihr Ärger stärker wird, was sagen Sie? Und wenn Sie unter dem Einfluß dieses Ärgers etwas tun, was tun Sie und wie tun Sie es? Schauen Sie selbst nach!

Wenn wir in einem so aufgewühlten Zustand Dinge tun, Sachen sagen, dann hinterläßt jede Handlung, jedes Wort in uns einen gewissen Eindruck, ein gewisses Potential, das uns in Zukunft Leid bringt. Diese früher angesammelten negativen Potentiale geben ihre Frucht, sie reifen in Leid, in unangenehmen Erfahrungen. In diesen unangenehmen Erfahrungen wird das eigene Bewußtsein weiter durcheinandergebracht, man tut wieder negative Dinge, man setzt weitere negative Potentiale, die als ihr Resultat wieder Leid und Unbehagen bringen; es scheint wie ein endloser Kreis zu sein, den man selbst verursacht.

Angefangen hat das alles damit, daß man ein Ich projiziert, wie es nicht existiert, und glaubt, es existiere, und daß man auf Grund dieses Hängens an diesem Ich alle möglichen falschen Dinge getan hat. Dieses Bewußtsein, das ein projiziertes, nicht existentes Ich erfaßt, wird die Unerkenntnis, die ein selbstbeständiges Ich erfaßt, genannt; auf tibetisch ist das kürzer, auf deutsch ist das leider schrecklich lang.

Dieses Bewußtsein, das ein selbstbeständiges Ich erfaßt, das wäre das Loch im Dach, das ich in dem Beispiel erwähnt habe.

Wenn man dieses Bewußtsein, das ein selbstbeständiges Ich erfaßt, beseitigen könnte, dann wäre das, wie wenn man einen Baum mit seinen Wurzeln ausrisse; dann würde der Baum vertrocknen, die Blätter würden vertrocknen, alles würde von selbst kommen. In gleicher Weise würden alle diese Verblendungen des Geistes wie Haß und Ärger und Verlangen und Eifersucht ganz von selbst versiegen. Und damit würden auch die Situationen ein Ende nehmen, in denen man unter dem Einfluß eines aufgewühlten Bewußtseins Dinge tut, die in einem ein Potential hinterlassen, das als seine Frucht Leid bringt. So könnte man alle Probleme, alles Leid zum Versiegen bringen.

Dieses Bewußtsein, das ein solches selbstbeständiges Ich erfaßt, ist nicht so leicht loszuwerden, man kann es nicht einfach wie einen Hund, wenn man ihn nicht im Haus haben will, zur Türe hinauswerfen, und man kann sich auch nicht einfach verprügeln, bis es einem zum Hals herausfällt.

Dieses Bewußtsein ist auch wieder ein Zustand, ein Teil des eigenen Geistes, und so muß man durch eigenes Denken, durch eigenes Führen der Gedanken, des Bewußtseins, diesen Faktor, der ein selbstbeständiges Ich erfaßt, zum Stillstand bringen. Um dieses Bewußtsein zum Stillstand zu bringen, muß man erkennen, daß das von diesem Bewußtsein erfaßte Objekt, dieses Ich, das als etwas ganz Selbstbeständiges, als ein von seiner Seite her bestehendes starkes Ich erscheint, nicht existiert. Das muß man verstehen, das muß einem sehr deutlich werden. Wenn einem das durch Nachdenken, durch genaueres Untersuchen gelingt, dann wird das Bewußtsein, das an diesem Ich hängt, von selbst weggehen, sobald es merkt, daß das Objekt, an dem es hing, einfach nicht existiert.

Sie sehen zum Beispiel ganz klar, daß hier vorn keine Katze ist. Wenn ein Teil des Bewußtseins ganz klar sieht, daß da vorn keine Katze ist, dann wird ein Gedanke, da vorne ist eine Katze, von selbst weggehen.

Es gibt sehr viele, fast unzählige Methoden und Mittel, um dies Durcheinander im eigenen Geist und diese Verblendungen des eigenen Geistes wie Verlangen, Haß, Eifersucht, Stolz zu beschwichtigen, um sie ruhiger zu machen.

Wenden wir diesen Gedankengang, wie ich ihn beschrieben habe, auf folgendes Beispiel an: Jemand erfährt sehr großes Leid, es geht ihm sehr schlecht, er ist sehr krank, und er denkt, ach, geht es mir schlecht, bin ich krank, und er ist ganz verwickelt in seinen Gedanken. Würde diese Person einmal untersuchen: Wer bin ich? Von hier nach oben, bin das ich? Oder bin dieser Teil ich? oder dieser Teil? oder der darunter? Bin das ich? Oder ist das alles zusammen Ich? Wo ist dieses Ich? Wenn die Person diese Gedanken richtig denken kann und ihr dadurch klar wird, daß dieses Ich, das ihr so deutlich erschien, nirgends zu finden ist, dann wird sich dieser Aufruhr in ihrem eigenen Geist beruhigen.

Sie nehmen sich vor, wenn Sie sich über jemanden sehr ärgern, ihm nicht gleich die Augen auszukratzen, sondern ein bißchen nachzudenken. Nehmen wir an, Sie ärgern sich über Georg; dann fragen Sie: Wer ist dieser Georg, über den ich mich so ärgere? Ist dieser Kopf dort Georg, ist diese Hand dort Georg, sind diese Beine dort Georg? Wer ist dieser Georg? Ist er alles zusammen? Ist es ein Teil von ihm? Denken Sie so genau nach, dann wird dieser Georg, der Ihnen zuerst so unausstehlich erschien, plötzlich nicht mehr da sein. Und damit wird auch der Ärger über diesen Georg sich beschwichtigen lassen. Wenn man so denken kann, ist das ein sehr gutes Mittel, um Verblendungen des Geistes zu beruhigen.

Wir ärgern uns, wir kommen aus der Fassung, das passiert uns. Und in diesem Moment müssen wir diese Gedankengänge anwenden. Einfach dazusitzen und zu sagen, das tue ich, wenn ich dann sehr weit fortgeschritten bin, nützt nichts; jetzt ist der Moment, um sie wirklich anzuwenden. Man muß nicht warten, bis man sehr, sehr hohe Stufen erreicht hat.

Wenn Sie krank sind, müssen Sie die Medizin dann nehmen, wenn Sie krank sind. Wenn Sie einfach warten und sagen, ich werde die Medizin schlucken, sobald ich eine sehr, sehr hohe Entwicklungsstufe erreicht habe, und in der Zwischenzeit eben krank bleiben, dann nützt Ihnen die Medizin gar nichts. Und das ist ähnlich mit diesen Gedankengängen.

Die Wurzel des Leides, das wir erfahren, ist diese Unerkenntnis, die dieses selbstbeständige Ich erfaßt. Aber ein weiterer Zustand, der uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr viel zu schaffen macht, ist unsere Unkonzentriertheit, unser sehr, sehr abgelenkter Geist. Den unkontrollierten Gedanken kann man sich nicht einfach entgegenstellen, man kann sie nicht einfach zurückstoßen oder sie mit Gewalt entfernen.

Wenn es uns nicht schlecht geht, wenn wir keine besonderen Schwierigkeiten und Probleme erfahren, dann müssen wir Mittel erlernen und anwenden, um diese unkontrollierten Gedanken unter Kontrolle zu bringen.

Taucht zum Beispiel unter diesen unkontrollierten Gedanken Ärger oder so etwas auf, dann versuchen Sie einmal nicht, ihm zu folgen oder ihn zu unterdrücken, sondern schauen Sie ihn an, schauen Sie, was er tut; beobachten Sie ihn einfach: woher kommt er, wie sieht er aus, was macht er, wohin geht er? Und wenn Sie versuchen, diesen Gedanken einfach zu beobachten, werden Sie feststellen, daß er sich auflöst, wie sich eine Wolke im Himmel auflöst.

Sie können das selbst untersuchen. Heute abend schauen Sie einmal in sich selbst; wenn irgendwelche unkontrollierten Gedanken auftauchen, beobachten Sie sie und schauen Sie selbst, ob sie verschwinden oder nicht. Sehen Sie aber nicht gut nach, dann ist es möglich, daß es mehr werden.

Das beste Mittel jedoch, um mit diesen unkontrollierten Gedanken fertig zu werden, ist das zuvor beschriebene, nämlich daß Sie untersuchen, wie dieses Ich, wie die eigene Person existiert. Überlegen Sie: Ist dieser Körper Ich, ist dieser Geist Ich? Und Sie werden sehen, daß der Körper nicht Ich ist, daß der Geist nicht Ich ist. Existiert ein Ich separat vom Körper und vom Geist? Untersuchen Sie es, und Sie werden feststellen, daß separat von diesem Körper und von diesem Geist kein Ich existiert.

Und wenn dieses Nichtvorhandensein dieses Ichs deutlich geworden ist, dann sollten Sie Ihr Denken auf dieses Nichtvorhandensein richten und darauf lassen. Können Sie in diesem Zustand Ihr Denken festhalten, ist das die allerbeste Methode, um diese unkontrollierten Gedanken zu beseitigen, um ihrer Herr zu werden. Es ist eine Meditation über das Nichtvorhandensein des Ichs, und zwar die Meditation über das grobe Nichtvorhandensein des Ichs.

Über das subtile Nichtvorhandensein des Ichs nachzudenken oder zu meditieren ist etwas schwieriger, aber die Meditation über das grobe Nichtvorhandensein des Ichs ist gewissermaßen schon der Weg zur Meditation über das subtile Nichtvorhandensein des Ichs.

Wenn man diese Meditation macht und in diesem Zustand verharren kann, dann bestehen zu diesem Zeitpunkt keine Verblendungen des Geistes, keine unkontrollierten Gedanken, und das verursacht ein sehr ruhiges, zufriedenes und glückliches Gefühl in einem.

Dieses Nichtvorhandensein des Ichs, diese Leerheit des Ichs möchte ich mit der Glocke vergleichen. Wenn die Glocken läuten, wie Sie es vor dem Unterricht lange anhören konnten, dann fragen Sie sich einmal: Ist der Klang der Glocke die Glocke selbst? Kommt der Klang der Glocke zustande durch die Höhlung der Glocke? Kommt der Klang der Glocke zustande durch den Klöppel der Glocke? Sie müssen jedesmal nein sagen. Der Klang der Glocke kommt nicht zustande allein durch den Mantel der Glocke, nicht durch den Hohlraum innen und nicht allein durch den Klöppel; sondern durch ein abhängiges Zusammenwirken aller drei kommt er ins Bestehen, können Sie den Klang der Glocke hören.

Genauso ist dieses Ich, diese Person nicht ein Teil des Geistes, sie ist nicht ein Teil des Körpers, sie ist nicht etwas separat von den beiden, sondern sie ist etwas, das durch das abhängige miteinander Bestehen dieser Teile existiert. Sie ist nicht etwas, was nicht existieren kann, sondern sie existiert in Abhängigkeit oder abhängig von diesen Teilen.

Deshalb wird im Buddhismus gesagt, daß die Glocke oder der Klang der Glocke die Leerheit symbolisiert.

Wollte man alles sagen, was es zu sagen gibt, dann gäbe es kein Ende. Deshalb ist es besser, aufzuhören für heute abend. Wenn Sie über das Nichtvorhandensein eines selbstbeständigen Ichs meditieren wollen und können, versuchen Sie darüber nachzudenken. Ist Ihnen das zu schwierig, dann überlegen Sie: Woher kommt Leid? Was führt zu Leid? Und was ist notwendig, um Leid wirklich von seiner Wurzel her loszuwerden? Überlegen Sie sich diese Dinge.

Meditation

Diese Zimbeln anzuschlagen hat auch eine gewisse Bedeutung. Sie symbolisieren die Konzentration.

Wenn Sie keine Fragen haben, macht das auch nichts. Ich ermutige Sie, über das Ich und über das Bewußtsein, das ein solches Ich erfaßt, nachzudenken; dieses Nachdenken allein hilft sehr, um Leid und inneres Durcheinander zu beruhigen und um Leid etwas zu vermeiden.

Es gibt immer wieder Leute, die sich fragen: Was ist der Sinn des Lebens? Jetzt lebe ich dieses Menschenleben, aber welchen Sinn hat es?

Das Leben hat einen Sinn, wenn man es sinnvoll macht. Der eigene Körper, die eigene Sprache und der eigene Geist gehören einem selbst. Und indem man diese anwendet, sollte man auf zwei Ziele hinarbeiten, zwei Dinge erreichen.

Die eine Arbeit, die man ausführen sollte, ist, zu versuchen, sämtliche Gedanken zu beschwichtigen, die darauf gerichtet sind, andere zu verletzen, andern Leid zuzufügen; und entsprechend auch zu versuchen, sämtliche bösen Worte, Worte, die andere verletzen, zu vermeiden; und alle körperlichen Handlungen, die andern Leid zufügen, zu stoppen.

Die zweite Aufgabe ist, daß man versucht, eine Liebe, eine Zuneigung zu den andern zu kultivieren, ein Ertragen aller Umstände und einen ernsthaften Wunsch, andern von Nutzen zu sein, andern zu helfen; daß man diese Einstellungen, diese geistigen Zustände zu entwickeln und stärker zu machen versucht. Das gleiche trifft auf die Sprache zu. Man sollte versuchen, zu den andern Dinge zu sagen, die ihnen helfen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden, die sie zufrieden und fröhlich machen. Auch mit seinen körperlichen Handlungen, mit den Fähigkeiten seines Körpers sollte man versuchen, den andern möglichst zu helfen, ihnen eine echte Stütze zu sein.

Man sollte also nicht nur versuchen, andere nicht zu verletzen, andern kein Leid zuzufügen, sondern dazuhin auch eine Zuneigung zu ihnen zu entwickeln und ihnen zu helfen.

Selbst wenn man im gegenwärtigen Moment nicht die Fähigkeit hat, vielen andern von Nutzen zu sein, sollte man doch versuchen, das eigene Denken möglichst herzlich zu machen, möglichst freundlich und voll Zuneigung zu den andern, eine möglichst gütige Einstellung zu entwickeln. Und alle Bosheit und jeden Wunsch, andere zu verletzen, sollte man versuchen zu verringern und zu beseitigen.

Wenn es einem tatsächlich gelingt, eine solche Einstellung zu entwickeln, dann ist das Leben zum gegenwärtigen Zeitpunkt angenehm und fröhlich, und auch auf die lange Dauer gesehen wird man ein glückliches Leben in einem angenehmen Zustand und in einer angenehmen Umgebung leben können. Tut man das, gelingt einem das, dann ist das Leben wirklich lebenswert gewesen.

Die großen Religionsstifter, sei es Jesus, sei es Buddha, sie sagten alle immer wieder, man solle den andern helfen, den andern nützen, man solle die Wünsche der andern vor seine eigenen stellen, man solle die andern nicht verletzen, ihnen kein Leid zufügen. Wenn wir uns dementsprechend benehmen und leben können, dann ist das Leben wirklich lebenswert.

Denkt man immer nur an sich, dann ist das nicht sehr angenehm; denn alles das, was man für sich möchte, was man für sich erreichen möchte, wird man bis zu seinem Lebensende nicht erreichen; und die Probleme werden durch eine solche Einstellung nur immer größer. Und so ist dann das Leben in keiner Weise fröhlich und angenehm gewesen.

Darum bitte ich Sie, entsprechend Ihrem Vermögen andern zu helfen, andern von Nutzen zu sein, und ich hoffe, Sie bald wieder zu sehen.

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